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  Sturm über Europa - die Völkerwanderung

 

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Deutschland

2001

Gruppe 5 Filmproduktion für ZDF + ORF

Regie: Dokumentation


Crew:

Regie ... Christian Twente, Christian Feyerabend, Nina Koshofer
Kamera ... Martin Christ, Torbjörn Karvang
Schnitt... Marc Schubert


Zeit, in der der Film spielt: 507 n. Chr.


Beschreibung:

Dokufiction in 4 Teilen à 45 Minuten mit zum Teil aufwändigen Spielszenen.
Erstsendung: Februar 2002 (Arte)



Kurzinhalt:
Die wechselvolle Geschichte von den Nachbarn des Römischen Reiches von 120 vor bis 800 nach Christus.



Episodenliste:

1, Kimbern und Teutonen
120 vor Christus

2, Varusschlacht und Gotensaga
9 nach Christus

3, Der Kampf um Rom
395 nach Christus

4, Die Erben des Imperiums
507 nach Christus




Kritik:
Gibt einen Einblick in die Machtverhältnisse und den Alltag zur Zeit der Völkerwanderung am Ende des Römischen Reiches und zu Anfang des Königreiches der Goten. Visuell anspruchsvoll umgesetzt (mit zeitgenössisch gekleideten Statisten und zahlreichen Computer-Rekonstruktionen). Sehenswert vor allem, weil es einen kaum beachteten Zeitabschnitt behandelt.

Jeder Film beginnt mit der Gesichtsrekonstruktion eines antiken Barbaren auf der Basis alter Schädelfunde. An sich eine interessante Idee, aber auf Dauer ermüdet der immergleiche Einstieg. Hätte es nicht noch andere Forschungsmethoden gegeben, anhand derer man dem Zuschauer die Antike näherbringen kann? Auch schreitet man insgesamt doch recht gemessenen Schrittes durch die einzelnen Epochen - da hätte die Inszenierung gerne etwas flotter sein dürfen.

Davon einmal abgesehen ist die Miniserie kompakt und sehr informativ und bemüht sich um ein differenziertes Geschichtsbild, wobei sie auch gleich mit vielen Vorurteilen aufräumt (z.B.: die Wandalen waren keine Vandalen).



P.S.:
Jahrzehntelang gab es gar keine Filme über die Varusschlacht, da dies für Deutschtümelei gehalten wurde. Noch 1999, als die Vorbereitungen für diese Serie begannen, warnten ältere ZDF-Redakteure vor den möglichen negativen Zuschauer-Reaktionen (die übrigens ausblieben: Die Serie war ein voller Erfolg).
Da macht es einen dann doch stutzig, dass innerhalb weniger Jahre gleich vier (in Ziffern: 4!) aufwändige Arminius-Filme gezeigt wurden:
* Teil 2 dieser Serie (2002)
* Teil 2 der arte-Serie Die Germanen (2007)
* Die Varusschlacht des BR (2008) und
* die große Arte/ZDF-Doku Kampf um Germanien (2009).

Nichts gegen eine gepflegte Hermannsschlacht von Zeit zu Zeit - aber es gibt viele andere interessante Epochen (auch in der Antike), die noch auf ihre Entdeckung warten - und sich sehr über eine ähnlich verschwenderische Aufarbeitung freuen würden. Eine Liste "Sträflich vernachlässigte Epochen in Film und Fernsehen" senden wir auf Anfrage gerne jeder Redaktion zu.

Vielleicht wäre es auch klüger gewesen, das ganze Geld dieser vier Filme auf einen Haufen zu werfen und damit nur einen einzigen Film zu produzieren - den dann aber richtig aufwändig. Achja. Aber uns fragt ja keiner...




Fakten:
* Reportage über den Dreh: „Blond, bärenstark und Multikulti“ in Hörzu Heft 9 vom 22.2.2002.